Prof. Vladimir Matveev (Mathematisches Institut)

 

 

 



Proseminar Graphentheorie, WS 2011/12

Termin und Ort:
Mo. 12:00 bis 14:00 Ernst-Abbe-Platz 2 - R 3517

Am der  erste Sitzung  ist  nähere Besprechung der Themen und Verteilung der Literatur  geplant. 

Spielregeln:
 
Der Vortrag soll frei an der Tafel gehalten werden. Spickzettel sind erlaubt,
aber es darf nicht von Zetteln auf die Tafel abgeschrieben werden.
Auch Folien und Beamer sind nur für Graphiken erlaubt, Folienvorträge oder
Powerpointpräsentationen sind verboten.
Das Ziel und die Schwierigkeit der Übung bestehen darin, Ihren Komilitonen
etwas verständlich zu machen und nicht etwa mich zu überzeugen, daß Sie
Ihr Kapitel mehr oder weniger verstanden haben.
Es wird nicht erwartet, daß Sie Ihre Doppelstunde voll ausschöpfen. Bei
vielen Themen scheint mir ein Vortrag von etwa einer Stunde viel eher
angemessen. Es soll ja auch noch Zeit für Zwischenfragen und Diskussion bleiben.
 
Ich muß die Vortage benoten. Regt ein Vortrag überhaupt keine Fragen
oder Diskussionen an, so wird es mir schwerfallen, ihn besser als mit
2,0 zu benoten. Gewinne ich den Eindruck, dass der Vortragende den Vortrag
nicht ernsthaft vorbereitet hat oder im Wesentlichen nicht
verstanden hat, so sind Sie durchgefallen. In der Regel ist aber Proseminar eine gute Möglichkeit, die 
Durschnittnote zu verbessern
 
Die wesentliche Leistung ist der Vortrag, aber die Fairness gebietet, daß Sie sich auch 

als Versuchskarnickel zum Anhören und Verstehen von Vorträgen zur Verfügung stellen. 

Ich will hier kein formales Quorum aufstellen, aber der Besuch von mindestens zehn Vorträgen 

neben dem eigenen, egal zu welchem Termin, scheint mir jedenfalls  nicht zu viel verlangt.
 
Selbstverständlich  können Sie  Ihr Vortrag vorher mit mir besprechen; bzw. von mir die 
mathematische Hilfe bekommen. 
 
 
Wie halte ich einen Seminarvortrag? (von Manfred Lehn)
 

Liste der Themen:

     1. (ein Vortrag)  Bäume und der Satz von Cayley   (Vortragende: Frank Nussbaum)
   

      Definition von Graphen,  Bäumen, numerierten Bäumen. 
     Satz von Cayley: Anzahl der numerierten Bäume mit $n$ Ecken ist  n^{n-2}.  Beweis über „Wirbeltiere“.

    Literatur: Cameron 3.10 (S.38f), 4.5 (S.60f); DAS-Skript Satz 8.3, Satz 3.3; Aigner2 (S.132).

2.     (zwei Vorträge) Der Heiratssatz  (Vortragende: Oliver Siebert)

Bipartite Graphen. Halls "Heiratssatz" mit Beweis. Paarungszahl = minimale Mächtigkeit einer Eckenüberdeckung mit Beweis. Anwendungen: Konstruktion lateinischer Quadrate; gemeinsame Transversale in Gruppen,  Auswahlfunktionen, etc. Anzahl paarweise orthogonaler lat. Quadrate:

      Literatur:  Cameron Abschnitt 6.6, insb.  6.6.1--6.6.4.
      Cameron 6.1--6.3 (S.97--91), 14.8 (S.243); DAS-Skript Satz 9.2--9.4; Aigner2  7.1 (S.120f).

3.     (zwei Vorträge)  Wege auf den Graphen.  (Vortragenden: Ilka Wirgenings und Sabine Stück)
Eulersche Wege.  Kurtzeste Wege und minimale aufgespannte Bäume.  Das Problem des Handlungsreisenden.

      Literatur: K. 6 Aigner1, K.7 Aigner2, Nitsche, Diestel, Berger 

      4. (ein Vortrag; eventuell 2 Vorträge)  Der Satz von Ramsey  (Vortragende: Selma Metzner)

     Ramseys Satz für zweigefärbte endliche vollständige Graphen mit Beweis.  Induktion auf beliebig viele Farben. 
     Eventuell einige konkrete Zahlen oder eine Abschätzung.  Eventuell Anwendungen (Satz von Schur)  Unendliche Version erwähnen
     (eventuell mit   Anwendung)

    Literatur: Cameron 10.2--10.5 (S.149ff); DAS-Skript Satz 7.5.

    5.  (drei  Vorträge)  Der Fünf--Farben--Satz  und  Plattbarkeit   (Vortragende: Stefan Engelhardt)

    Planare Graphen (Einbettung in Ebene oder auf Sphäre ist äquivalent). Eulersche Polyederformel mit Beweis.
    Fünf--Farben--Satz mit Beweis.  Algorithmus am Beispiel ausführen.  Zweifärbbarkeit = bipartit. Eventuell Dreifarbensatz.  (alles ein Vortrag)

    Plättbarkeit: der Satz von Kuratowski mit Beweis (zwei Vorträge)  .

     Literatur:  Cameron S.300 + 18.7 (S.304);  Diestel,  Mathworld.

 

  5´.  Die Museumswächter   und 3-Farben Satz . (Vortragende:  Jannis Koberstein)

  Literatur:   Das Buch der Beweise (Aigner, Ziegler)

    6. (zwei Vorträge) Gerichtete Graphen. Flüsse in Netzwerken. (Vortragenden:  Nina Bartelmeß und Jula McGibbon)

    Paradoxon des  Sportreporters.    Satz von Ford--Fulkerson mit Beweis.  Algorithmus mit Beispiel. Heiratssatz als Korollar.
    Literatur: Nitzsche, Diestel, Cameron 11.9 (S.173--176), + S.178; DAS-Skrip Satz 9.6; Aigner 7.3 (S.130--134).

   7.  (ein Vortrag) Moore--Graphen  (Vortragende: Stefan Neumann)

   Reguläre Graphen, Durchmesser, Moore--Graphen.
   Beispiele der bekannten Moore--Graphen bis auf Hoffman--Singleton.
   Beweis, daß für Durchmesser 2 nur die Verzweigungsgrade 2,3,7,57 möglich sind.

   Literatur: Gesondertes Blatt; Artikel von Hoffman \& Singleton, Cameron 11.12 (S.181--184)

  8. Der Hoffman—Singleton—Graph (Vortragende: Melchior Wirth)
  S^n, innere und äußere Automorphismen. Konstruktion des Hoffman--Singleton--Graphs aus einem äußeren Automorphismus der $S_6$.

  Literatur: Cameron 11.12 über Moore--Graphen; paper von Manfred Junker; Gruppen--Skript Satz 29 über $ Out(S_6)$.

  9. (zwei Vorträge) Polytopen und Graphen:    (Vortragenden: Aaron Puchert)
  Der Starrkeitssatz von Cauchy, Satz von Balynski  

   Literatur: Das Buch der Beweise (Aigner, Ziegler), Kap. 12. Ziegler,  Lectures about polytopes 3.5

Literatur:
Die Bücher (außer „Der Buch der Beweise“ und Berge)  stehen im Semesterapparat in der Bibliothek, d.h., sie sind von der Ausleihe gesperrt.

  • Peter Cameron "Combinatorics" Cambridge University Press.
  • Martin Aigner1 „Graphentheorie: Eine Entwicklung aus dem $4$-Farben Problem
    Martin Aigner2 "Diskrete Mathematik" Vieweg.
  • Manfred Nitzsche „Graphen für Einsteiger“ (zurzeit als google-book verfügbar)
  • Reinhard  Diestel „Graphentheorie“ Springer-Lehrbuch
  • Skripten  DAS (von Markus Junker), Gruppen (von Markus Junker) 
  • Claude Berge  The theory of graphs”.
  • Alle möglichen anderen Bücher über Graphentheorie,   Kombinatorik oder diskrete Mathematik; internet




22.  Sept 2011 Vladimir Matveev